Kurz gesagt
Die Rentenlücke ist der Abstand zwischen dem Geld, das du im Alter brauchst – Faustregel: rund 80 % deines letzten Nettos – und deiner gesetzlichen Rente nach Kranken- und Pflegeversicherung. Bei 3.000 € brutto sind das nach unserer Schätzung rund 350 € im Monat, über 18 Rentenjahre bis 85 also rund 75.000 €.
Wer mit 35 anfängt, schließt diese Lücke mit etwa 95 € im Monat. Mit 45 sind es schon rund 175 €.
- 80 %
- deines Nettos brauchst du im Alter ungefähr
- 42,52 €
- Rente im Monat bringt ein Entgeltpunkt (seit 1. Juli 2026)
- 12 %
- gehen ungefähr für Kranken- und Pflegeversicherung ab
- 48 %
- Rentenniveau – gesetzlich gesichert bis 2031
Rentenlücken-Rechner
Deine Zahl in 30 Sekunden
Dir fehlen im Monat etwa
350 €
- Gesetzliche Rente netto
- 1.030 – 1.310 €
- Dein Bedarf im Monat
- 1.512 €
- Lücke von 67 bis 85
- 74.500 €
- Sparrate, um sie zu schließen
- 95 €/Monat
- Zeit bis zur Rente
- 32 Jahre bis 67
Schätzung in heutigem Geld nach dem Modell des Renten-Checks: 45 Beitragsjahre (Start mit 22, Rente mit 67), Rentenwert 42,52 €, Durchschnittsentgelt 51.944 €, rund 12 % Kranken- und Pflegeversicherung, Netto heute ≈ 63 % vom Brutto, Spanne ± 12 %. Sparrate mit 4 % Wertentwicklung pro Jahr nach Inflation, ohne Kosten und Steuern – keine Garantie.
Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke – manchmal auch Versorgungslücke genannt – ist der Betrag, der dir im Ruhestand jeden Monat fehlt, wenn du nur von der gesetzlichen Rente lebst. Sie ergibt sich aus einer einfachen Rechnung:
Rentenlücke = Bedarf im Alter − gesetzliche Rente netto
Den Bedarf setzen die meisten Fachleute bei rund 80 % des letzten Nettoeinkommens an. Warum nicht 100 %? Im Alter fallen typischerweise Fahrtkosten zur Arbeit, Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung und oft auch Kreditraten weg. Dafür steigen meist die Ausgaben für Gesundheit. Wer im Alter reisen will oder zur Miete wohnt, rechnet besser mit 90 %.
Wichtig: Der Rechner arbeitet in heutigem Geld. Die Inflation ist damit schon herausgerechnet – 1.000 € Lücke heißt: so viel Kaufkraft von heute fehlt dir später.
So rechnet der Rechner – Schritt für Schritt
Die gesetzliche Rente hängt vor allem davon ab, wie viel du im Vergleich zum Durchschnitt verdienst und wie lange du einzahlst. Am Beispiel von 3.000 € brutto im Monat:
- Entgeltpunkte pro Jahr: Dein Jahresbrutto geteilt durch das Durchschnittsentgelt aller Versicherten. 36.000 € ÷ 51.944 € = 0,69 Punkte pro Jahr. Mehr als die Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € im Jahr zählt nicht.
- Punkte über das Berufsleben: Der Rechner geht von 45 Beitragsjahren aus (Start mit 22, Rente mit 67): 0,69 × 45 = 31,2 Punkte.
- Bruttorente: Jeder Punkt ist seit dem 1. Juli 2026 genau 42,52 € im Monat wert: 31,2 × 42,52 € = 1.326 €.
- Nettorente: Davon gehen rund 12 % für Kranken- und Pflegeversicherung ab. Es bleiben etwa 1.167 € – je nach Lebenslauf 1.030 bis 1.310 €.
- Bedarf und Lücke: Von 3.000 € brutto bleiben heute grob 1.890 € netto. 80 % davon sind 1.512 €. Die Lücke: rund 350 € im Monat.
Steuern auf die Rente sind in dieser Schätzung noch nicht abgezogen. Ob und wie viel du zahlst, zeigt dir unser Steuer-Check für die Rente.
Rentenlücke nach Gehalt: die Tabelle
So groß ist die Lücke nach unserem Modell bei verschiedenen Gehältern – jeweils für Angestellte mit vollem Berufsleben:
| Brutto/Monat | Netto heute | Bedarf (80 %) | Rente netto | Lücke/Monat | Lücke bis 85 |
|---|---|---|---|---|---|
| 2.000 € | 1.260 € | 1.008 € | 778 € | 230 € | 49.700 € |
| 2.500 € | 1.575 € | 1.260 € | 972 € | 290 € | 62.100 € |
| 3.000 € | 1.890 € | 1.512 € | 1.167 € | 350 € | 74.500 € |
| 3.500 € | 2.205 € | 1.764 € | 1.361 € | 400 € | 87.000 € |
| 4.000 € | 2.520 € | 2.016 € | 1.556 € | 460 € | 99.400 € |
| 5.000 € | 3.150 € | 2.520 € | 1.945 € | 580 € | 124.200 € |
| 6.000 € | 3.780 € | 3.024 € | 2.334 € | 690 € | 149.100 € |
| 8.450 € | 5.324 € | 4.259 € | 3.287 € | 970 € | 209.900 € |
Auffällig: Die Lücke wächst mit dem Gehalt. Wer viel verdient, gewöhnt sich an einen höheren Lebensstandard, die gesetzliche Rente steigt aber oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze nicht mehr mit.
Welche Sparrate schließt die Lücke?
Um eine Lücke von 350 € im Monat 18 Jahre lang (von 67 bis 85) zu decken, brauchst du zum Rentenbeginn ein Polster von rund 75.000 €. Wie viel du dafür monatlich sparen musst, hängt fast nur an einer Zahl: der Zeit.
| Du fängst an mit | Jahre bis 67 | Monatliche Sparrate |
|---|---|---|
| 25 Jahren | 42 | 55 € |
| 30 Jahren | 37 | 75 € |
| 35 Jahren | 32 | 95 € |
| 40 Jahren | 27 | 130 € |
| 45 Jahren | 22 | 175 € |
| 50 Jahren | 17 | 255 € |
| 55 Jahren | 12 | 405 € |
Der Zinseszins arbeitet für dich, je früher du anfängst. Wer erst mit 55 startet, muss ein Vielfaches zurücklegen – und hat kaum noch Spielraum, um Schwankungen an den Börsen auszusitzen.
Warum deine echte Lücke oft größer ist
Der Rechner geht von einem lückenlosen Berufsleben aus. In der Wirklichkeit fehlen oft Jahre – und jedes fehlende Jahr kostet Rente:
- Später Berufsstart durch Studium oder Ausbildung
- Teilzeit, Elternzeit oder Pflege von Angehörigen
- Selbstständigkeit ohne Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung
- Früher in Rente: Wer mit 63 geht, verliert 0,3 % je Monat – bis zu 14,4 %. Mehr dazu im Rentenalter-Rechner.
- Steuern: Wer 2026 in Rente geht, muss 84 % der Rente versteuern.
Genauer wird es mit deiner Renteninformation: Die Deutsche Rentenversicherung schickt sie jedes Jahr allen Versicherten ab 27 mit mindestens fünf Beitragsjahren. Online findest du alle Ansprüche gebündelt in der Digitalen Rentenübersicht.
Fünf Wege, die Lücke zu schließen
Die Reihenfolge ist wichtiger als das einzelne Produkt. Nimm zuerst das Geld mit, das dir andere schenken:
- Betriebsrente mit Arbeitgeberzuschuss: Bei der Entgeltumwandlung legt dein Arbeitgeber in der Regel mindestens 15 % drauf, dazu sparst du Steuern und Sozialabgaben. Zum Betriebsrenten-Rechner
- Altersvorsorgedepot ab 2027: Bis zu 540 € Grundzulage im Jahr plus bis zu 300 € je Kind. Was ab 2027 gilt
- Basisrente (Rürup): Vor allem für Selbstständige und hohe Steuersätze – Beiträge bis 30.826 € im Jahr (Ledige, 2026) sind als Sonderausgaben abziehbar.
- Freier ETF-Sparplan: Flexibel und jederzeit verfügbar, aber ohne Zulagen. Mehr zur privaten Vorsorge
- Länger arbeiten: Wer nach der Regelaltersgrenze weiterarbeitet, kann seit 2026 bis zu 2.000 € im Monat steuerfrei verdienen. So funktioniert die Aktivrente
Wie die Bausteine zusammenspielen, erklärt das Drei-Schichten-Modell.
Häufige Fragen
01Wie viel Prozent meines Nettos brauche ich im Alter?
Als Faustregel gelten rund 80 % des letzten Nettoeinkommens. Wer zur Miete wohnt, viel reisen möchte oder ein teures Hobby hat, sollte eher mit 90 % rechnen. Wer schuldenfrei im eigenen Haus lebt, kommt oft mit 70 % aus.
02Wie genau ist der Rentenlücken-Rechner?
Er liefert eine Schätzung in heutigem Geld. Er geht von 45 Beitragsjahren, einem gleichbleibenden Gehalt und Rente mit 67 aus. Fehlende Jahre, Teilzeit oder ein früherer Rentenbeginn machen die Lücke größer. Für eine genaue Zahl brauchst du deine Renteninformation.
03Was ist ein Entgeltpunkt?
Ein Entgeltpunkt ist die Währung der gesetzlichen Rente. Wer in einem Jahr genau das Durchschnittsentgelt verdient (2026 vorläufig 51.944 €), bekommt einen Punkt. Jeder Punkt ist seit dem 1. Juli 2026 genau 42,52 € Monatsrente wert.
04Wo sehe ich meine echte Rentenhöhe?
In deiner Renteninformation, die die Deutsche Rentenversicherung jährlich an Versicherte ab 27 mit mindestens fünf Beitragsjahren verschickt. Ab 55 bekommst du alle drei Jahre eine ausführlichere Rentenauskunft. Alle Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge zeigt die Digitale Rentenübersicht.
05Muss ich meine Rente versteuern?
Ja, zum Teil. Wer 2026 in Rente geht, muss 84 % der Rente versteuern. Steuer fällt aber erst an, wenn dein zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag von 12.348 € (2026) liegt.
06Gilt der Rechner auch für Beamte und Selbstständige?
Nur eingeschränkt. Beamte bekommen Pension statt Rente, die sich nach Besoldung und Dienstjahren richtet. Selbstständige zahlen meist nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein – der Rechner setzt für sie nur acht Beitragsjahre an.
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung: Rentenanpassung 2026 (Rentenwert 42,52 €)
- Deutsche Rentenversicherung: Sozialversicherungs-Rechengrößen 2026
- § 255e SGB VI – Sicherungsniveau (Haltelinie 48 %)
- § 109 SGB VI – Renteninformation und Rentenauskunft
- Digitale Rentenübersicht
Stand: . Gesetze und Rechengrößen ändern sich – wir aktualisieren diese Seite, sobald neue Werte gelten.